Zeit für Kräuter

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Die Kräuter wachsen endlich wieder, es kann geerntet werden und ich kann meiner Kräuterleidenschaft frönen, kann sammeln, trocknen und kochen. Vielleicht habt Ihr Lust die Welt der Kräuter auf diesem Blog mit mir zu teilen.

Es gibt so viel zu Kräutern und Gewürzen zu berichten. Ich versuche es kurz und informativ zu halten. Die Geschichte von Gewürzen und Kräutern ist sehr, sehr lang. Schon die Sammler und Jäger haben gewusst, dass Kräuter, Samen und Wurzeln unterschiedliche Geschmäcker, Aromen und Schärfen haben. Bereits in der Steinzeit wurden Speisen mit Kümmel gewürzt. Die Menschen entdeckten, dass bestimmte Kräuter nicht allein gegessen werden konnten, zusammen aber mit Wildgemüse und mit Fleisch erstaunlich gut schmeckten und diese verfeinerten.

Im römischen Reich waren Gewürze kostbar wie Gold und nur die Oberklasse konnte sie sich leisten.
Im Mittelalter entwickelt sich Europa zu einer Welthandelsmacht in Sachen Gewürze. Entdecker suchten nach den besten Routen in Richtung China, Indien oder Indonesien. Auch mit vielen anderen Ländern unterhielten die Europäer ausgiebige wirtschaftliche Verbindungen. Es gab Kriege um die Kontrolle des Gewürzhandels. Von Anfang an beherrschten die mächtigsten Staaten den Gewürzhandel und so ist es bis heute geblieben.

Heilkräuter

Die Geschichte der Heilkräuter ist lang und interessant, aber auch hier versuche ich mich kurz zu halten.
Die heilsame Wirkung von Pflanzen wurde schon in der Steinzeit entdeckt. Man fand im heutigen Irak ein Grab der Neandertaler, das zwischen 50.000 und 70.000 Jahre alt sein soll, in dem sieben verschiedene Heilkräuter gefunden wurden. Man fand Tabletten der alten Sumerer, die zeigen, dass sie ihre Medikamente aus pflanzlichen und mineralischen Verbindungen mit Flüssigkeiten oder Lösungsmitteln gemischt haben, wie zum Beispiel mit Wein, Bier, Honig oder mit pflanzlichen Ölen.

400 v. Chr. erstellte der griechische Arzt Hypokrates eine Liste von über 400 Heilkräutern und Gewürzen, was ungefähr der Hälfte der uns heute bekannten Würzkräuter entspricht.
Hildegard von Bingen gilt als erste deutsche Naturforscherin und Heilerin: Sie schrieb Bücher über Pflanzen, über Krankheiten und wie sie entstehen. Ein Mensch war für sie nicht einfach krank. Für sie stand jede Krankheit im Zusammenhang mit dem Geist und dem Körper.

Durch die Entwicklung der damaligen Kräuterheilkunde bildete sich eine neue Berufssparte, die der Apotheker. Apotheker legten sich eigene Apothekergärten an, sie stellten aus den Pflanzen Tees, Salben und Öle her.
Wer sich den Apotheker nicht leisten konnte, der ging zur Kräuterfrau. Die Kräuterfrauen heilten die gesundheitlichen Probleme der armen Menschen und kannten sich gut mit den heilenden Kräften von Pflanzen aus. Vielen waren diese klugen, selbständigen Frauen unheimlich, oder es kamen Neid oder Rache auf. Oft wurden sie als Hexen verschrien und verfolgt. Die Kräuterfrauen waren häufig die letzte Rettung für die Menschen, z.B. für Frauen bei einer schweren Geburt. Oder wenn Verletzungen und Schmerzen zu groß wurden, dann kannte die Kräuterfrau auch Betäubungsmittel und Mittel zur besseren Wundheilung und gegen Entzündungen.
Paracelsus, einer der Kräuterkundler der jüngeren Zeit, sagte im 16. Jahrhundert, dass er selbst einen Großteil seines Wissens diesen Kräuterfrauen verdanke.
Je mehr Menschen lesen lernten, desto weiter drang das Wissen über die Kräuter und vor allem das Wissen, dass das keine Hexerei ist, in das Volk vor. Kräuter wurden ausprobiert und studiert und mit dem Buchdruck wurde dieses Wissen immer weitegetragen.

Kräuter haltbar machen

Kurz vor der Blüte haben die meisten Kräuter den höchsten Aromagehalt. Die beste Ernte ist vormittags, bevor die Mittagssonne auf die Pflanzen brennt.

Trocknen

Kräuter lassen sich gut trocknen, besonders die mit festen Stängeln und herben Aromen – Rosmarin, Thymian, Bohnenkraut, Salbei, Minze usw.  Aber ich trockne in meinem Trockengerät auch Dill, Koriander und Fenchelgrün. Trockengeräte gibt es in verschiedenen Größen und Preisklassen zu kaufen. Die günstigere Variante ist: Man bindet lockere Kräutersträuße, die kopfüber an einem dunklen und warmen Ort zum Trocknen aufgehangen werden. Je nach Umgebungstemperatur dauert das Trocknen 5 Tage bis 3 Wochen.

Kräuter können auch im Backofen, auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech bei 40 Grad C, getrocknet  werden. Dabei die Backofentür einen Spalt breit offen lassen (Holzlöffel dazwischen klemmen), damit der Wasserdampf entweichen kann. Die Blätter müssen ganz trocken sein, d.h. beim Anfassen rascheln und die Stängel leicht brechen. Das Aroma der Kräuter hält sich gut 1 Jahr.

Tiefkühlen

Kräuter eignen sich zum Einfrieren, wie z.B. Schnittlauch, Petersilie, Koriander oder Dill. Die frischen Kräuter waschen, abtropfen lassen und klein hacken. Anschließend kleine Portionen in einen Eiswürfelbehälter füllen, etwas Wasser darübergießen und ab ins Tiefkühlfach. Die Kräuter können auch kurz püriert und in Eiswürfelbehälter gefüllt werden. Das geht gut mit Kräutern, die größere, feste Blätter haben, wie mit Minze oder Basilikum. Die gefrorenen Kräuterwürfel nicht auftauen, sondern direkt am Ende des Kochvorgangs ins Essen geben. Auch die gefrorenen Würfel kann man bis ca. 1 Jahr aufbewahren.

Kühlschrank

Frische Kräuter sollten im Kühlschrank, feucht eingewickelt, maximal eine Woche lang lagern.

Kräuter in Öl einlegen

Die fettlöslichen Aromastoffe werden von Speiseölen gut aufgenommen und so konserviert. Am besten gehen Olivenöl, das noch einen Eigengeschmack mitbringt, oder das geschmacksneutrale Rapsöl. Geeignete Kräuter dafür sind Rosmarin, Thymian oder Salbei. Feste Kräuter wie Rosmarin sollte man vor dem Aufgießen etwas andrücken, so geht das Aroma intensiver in das Öl über. Die Kräuter müssen vollständig mit Öl bedeckt werden, sodass kein Schimmel entsteht. Das Öl mit den Kräutern für 2-3 Wochen an einen warmen Ort stellen. Dann kann es gefiltert werden. Es hält sich fest verschlossen, kühl und dunkel gelagert, einige Monate lang.

Kräutersalz herstellen. In dem Bericht Sommerlaune findet ihr alles über die Herstellung von Kräutersalzen.

Kochen mit Kräutern

Kochen kann man mit frischen oder getrockneten Kräutern. Bei einigen Kräutern, wie Rosmarin und Oregano werden durch das Trocknen die Aromen konzentriert. Wer die Bitterstoffe einiger Kräuter nicht mag, gibt die Kräuter erst zum Ende des Kochvorgangs zu den Speisen. Ansonsten gilt, gibt man die Kräuter frühzeitig hinzu, geben Sie ihre Aromen intensiver an das Gericht ab. Zum Schluss des Kochvorgangs kann man noch einmal fein gehackte Blätter des entsprechenden Krauts zugeben. Basilikum, Schnittlauch, Koriander, Kerbel, Dill, Zitronenmelisse fügt man immer erst kurz vor dem Servieren hinzu. Sie verlieren während des Kochvorgangs ihre ätherischen Öle und sehen nach dem Kochen unansehnlich aus.

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4 Gedanken zu “Zeit für Kräuter

  1. Kräuter – eine Leidenschaft, die wir wohl teilen 🙂 Heilkräuterkenntnisse habe ich auch ein wenig, aber meistens muss ich nachlesen. Mein Lieblingsbuch: Nutze die heilkräftigen Pflanzen von Dr. med. E. Schneider! Ein Füllhorn an Wissen und vor allem die vielen Teerezepte finde ich gut.

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